Stefan-Peter Greiner begann im Alter von zehn Jahren Geige zu spielen; mit vierzehn baute er sein erstes Instrument. Seine Ausbildung in Bonn schloss er 1995 mit der Meisterprüfung ab. Parallel zu seiner Geigenbau Lehre studierte er an der Universität zu Köln Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Phonetik. Durch diese Studien begegnete er dem Physiker Dr. Heinrich Dünnwald, mit dem er mehr als 1.000 Geigen akustisch untersuchte. Darüber hinaus führten sie weltweit die erste Computertomographie einer Stradivari durch, erforschten den akustischen Einfluss verschiedener Tonhölzer und analysierten die Hauptbestandteile des Cremoneser Lacks, wie er von Amati, Stradivari und Guarneri verwendet wurde. Ihr Ziel war es, den Mythos der alten italienischen Instrumente zu entschlüsseln und dieses Wissen dem modernen Geigenbau zugänglich zu machen. Für seine Arbeit erhielt Stefan-Peter Greiner 2003 den Rheingau Musikpreis.
2013 verlagerte Peter seine Werkstatt von Bonn nach London, wo er mit renommierten Experten und Auktionshäusern zusammenarbeitet. Neben seiner Tätigkeit als Geigenbauer wurde Peter Greiner Direktor von W. E. Hill & Sons, London.
Durch seinen wissenschaftlichen Ansatz nutzt Peter moderne Techniken wie Frequenzanalysen, Dendrochronologie der Fichte, Computertomographie und 3D-Scanning von Instrumenten sowie verschiedene spektroskopische Methoden zur Lackanalyse.
In seiner Arbeit verfolgt Peter die Ideen der Synästhesie und sucht danach, den akustischen und visuellen Charakter eines Instruments in einen harmonischen Dialog zu bringen. Er ist der Ansicht, dass jeder Geigenbauer seine Persönlichkeit in sein Handwerk einbringen sollte und dass ein Instrument seinen eigenen Charakter dann gewinnt, wenn es die Individualität seines Erbauers widerspiegelt. Er glaubt an die Notwendigkeit künstlerischen Selbstausdrucks; das bloße Kopieren der alten Meister wird seiner eigenen Vision im Geigenbau nicht gerecht. Der Instrumentenbau ist für ihn eine lebenslange Reise der Selbstreflexion. Ein Instrument wird erst dann zu einem wahren Kunstwerk, wenn Klang, Form und persönliche Ausdruckskraft zu einer Einheit verschmelzen.
Künstlerinnen und Künstler wie Kyung Wha Chung, Ning Feng, Ivry Gitlis, Frans Helmerson, Kim Kashkashian, Leonidas Kavakos, Bruno Monsaingeon, Igor Ozim, Hyeyoon Park, Christian Tetzlaff, Antje Weithaas sowie Musikerinnen und Musiker renommierter Ensembles – darunter das Alban Berg, Hagen, Kuss, Parker, Signum, Magenta und Mandelring Quartett – sowie zahlreiche Konzertmeister spielen auf seinen Instrumenten. Verschiedene internationale Instrumentenstiftungen und private Förderer haben Greiner Instrumente erworben und stellen sie vielversprechenden jungen Musikerinnen und Musikern zur Verfügung.
Bis heute sind über 200 CDs erschienen, die auf Instrumenten von Stefan-Peter Greiner aufgenommen wurden.
Greiners Instrumente erzielen Spitzenpreise bei Auktionen. Bereits 2014 wurde eine seiner Geigen bei einer Versteigerung in New York für 95.920 US-Dollar verkauft.
Seit 2020 hat Stefan-Peter Greiner seinen Wohnsitz in die Schweiz verlegt und pendelt zwischen seinen beiden Werkstätten in Zürich und London.

Geheime Nummern
Jedes Instrument ist einzigartig.
Alle Greiner Instrumente haben eine fortlaufende Nummer, die handschriftlich auf die Innenseite des Bodens geschrieben ist.
Susan Brunnert und S.P. Greiner führen eine Liste, in der jedes Instrument unter dieser Nummer aufgeführt ist.
In diesem Archiv findet man eine kurze Beschreibung des Instruments sowie die früheren und aktuellen Besitzer.
Dies hat in der Vergangenheit dabei geholfen, Instrumente und deren Echtheit zu erkennen.
























